Ideen und Ziele

Das Deutsche Handwerk im Jahr 2016 ist gut aufgestellt und wird durch seine Spitzenorganisationen hervorragend vertreten. Nichtsdestotrotz stehen in unserem Wirtschaftszweig heute und in Zukunft zahlreiche Aufgaben und Herausforderungen an, zu deren Bewältigung ich beitragen möchte.

  1. Das Handwerk möchte ich in Gesellschaft, Politik und in der Wirtschaft kraftvoll positioniert sehen, damit es in Zukunft noch mehr die Wertschätzung erfährt, die ihm aufgrund seiner Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Ausbildungsstärke zusteht. Wir müssen in der Lage sein, unsere handwerkspolitischen Themen mit allen demokratischen Parteien in unserem Land zu diskutieren und für die politischen Ziele des Handwerks zu streiten. Dies bedarf meiner Überzeugung nach einer parteipolitischen Unabhängigkeit.
  2. Ich möchte mit hoher Integrations- und Ausgleichskraft die Kohäsion, den Zusammenhalt des Handwerks fördern und die Vielfalt unserer Wirtschaftsgruppe (Kammern, Spitzenverbände, Basisorganisationen) erhalten.
  3. Unser Duales Ausbildungssystem und den Meisterbrief als Großen Befähigungsnachweis sehe ich als Identifikationsfaktoren und große Stärken des Handwerks in Deutschland, die auch in Zukunft nicht zur Disposition stehen dürfen und für die ich mich sowohl auf europäischer als auch auf bundesdeutscher Politikebene entsprechend meiner Überzeugung einsetzen werde.
  4. Die Fortführung des Interessenausgleichs und der bisherigen bewährten Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Handwerk ist mir wichtig.
  5. Wir müssen weiter daran arbeiten und in unserem Wirtschaftszweig erreichen, dass Frauen gleiche Chancen haben. Gleiches Gehalt, gleicher Lohn und gleiche Aufstiegschancen müssen selbstverständlich sein! Es darf nicht sein, dass junge, teils sehr gut ausgebildete Frauen sich zwischen Familie und Beruf entscheiden müssen.
  6. Die Fachkräftesicherung ist die größte Herausforderung für das Handwerk in der Zukunft. Ich sehe die Aufgaben aller Organisationen des Handwerks darin, die Betriebe mit allen verfügbaren Mitteln dabei zu unterstützen, Fachkräfte zu akquirieren, zu binden und möglichst lange gesund in ihrem Beruf zu halten. Zudem wird es auch erforderlich sein, das heute bereits sehr hohe Ausbildungsengagement weiter zu steigern.
  7. Als wichtige Forderung des Handwerks in der Zukunft sehe ich die solide Finanzierung der Sozialsysteme, die nicht weiterhin die lohnintensiven Unternehmen des Mittelstands und des Handwerks benachteiligen darf. In diesem Zusammenhang ist u.a. die vom Handwerk geforderte Rückführung der Vorfälligkeit der Sozialbeiträge umzusetzen.
  8. Ich trete mit Nachdruck dafür ein, dass Mittelstand und Handwerk nicht weiter mit Steuern und Abgaben belastet werden. Wer in Zeiten von Rekordeinnahmen in Bund und Ländern die Steuerschraube weiter anziehen will, der sägt an dem gesunden Konjunktur-Ast, der die deutsche Wirtschaft zurzeit trägt und im europäischen Vergleich stark macht.
  9. Die Energiewende in diesem Land ist ohne das Handwerk nicht umsetzbar. Mehr als 30 Gewerke sind mit der Gewinnung, der effizienten Nutzung und der Einsparung von Energie befasst. Jedoch muss Energie für unsere Betriebe auch in Zukunft bezahlbar bleiben. Zudem können die Ziele der Energiewende 2020 nur dann erreicht werden, wenn die Forderung des Handwerks nach der steuerlichen Absetzbarkeit von privat veranlassten Gebäude-Energieeffizienz-Maßnahmen, einer der größten Energieressourcen, endlich - so wie im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) angekündigt - umgesetzt wird.
  10. Die zukünftigen demographischen Veränderungen in Deutschland werden sich nicht nur in gesellschaftlicher Hinsicht auswirken. Die Handwerksbetriebe werden u.a. auch hinsichtlich der Veränderungen der Altersstruktur ihrer Mitarbeiter und nicht zuletzt durch den Umbau der Sozialsysteme tangiert. Unsere Bau- und Ausbaugewerke, die Gesundheits-, Pflege- und Nahrungsmittel-Berufe oder die KFZ-Gewerke müssen die Herausforderungen und die Chancen des demografischen Wandels nutzen. Diese spannenden Entwicklungen möchte ich begleiten und fördern.
  11. Mit dem Slogan der Imagekampagne des Deutschen Handwerks: „bei uns zählt nicht, wo man her kommt - bei uns zählt, wo man hin will“, bekennt sich das Handwerk zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Ich unterstütze diese Initiative nachdrücklich und vertrete die Ansicht, dass die Integration und die Aufnahme von jungen Leuten mit Zuwanderungsgeschichte in unsere Handwerksbetriebe einer der wichtigsten Schlüssel für die Bewältigung des Fachkräftemangels darstellen kann.
  12. Durch die Imagekampagne hat das Deutsche Handwerk in den zurückliegenden Jahren einen spürbaren Zuwachs an Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Ich möchte mich dafür stark machen, die Kampagne weiterzuführen und in den kommenden Jahren mit neuen Akzenten zu versehen.

Die Aufgaben und Herausforderungen, die es im Handwerk in der Zukunft zu bewältigen gilt, werden hohes Engagement, ausgleichendes Wirken, aber auch entschlossenes Handeln erfordern.

„Meine Aufgabe als ZDH-Präsident sehe ich in 1. Linie darin, dem Handwerk in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine hörbare Stimme zu verleihen.“